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Carlo Lietz

Allgemein
»Wir, wir sind die Nummer eins. Wir sind das tapferste, wir sind das wichtigste Volk auf der ganzen Welt. Das wurde uns eingebläut. Ihr Jungen, ihr seid die Zukunft, ihr werdet die Herren der Welt sein!«

Herr Lietz stellt sich bei uns mit Carlo vor. Er ist im Herzen Italiener und wollte eigentlich nie wieder nach Deutschland zurückkehren. „Ich habe mein Paradies gefunden“ sagt er freudestrahlend. Sein Paradies ist der Garten seiner  Villa in einem Dorf in Norditalien. Carlo läuft jeden Tag die gleiche Strecke, um sich fit zu halten. An der Parkbank, am Ende des Weges, kennt man ihn schon. Der Herr, der hier wohnt, kommt Carlo auf seiner Bank gerne besuchen und gemeinsam unterhalten sie die Passanten mit ihren Rezitierkünsten. Der Duft in seiner Küche hält die Erinnerung an sein Paradies am leben. Die Putzfrauen und Krankenschwestern der Budge Stiftung bringen Carlo gerne Knoblauch und Gemüse aus dem eigenen Anbau mit. Carlo im Gegenzug beschenkt jeden, der es zu schätzen weiß, mit gutem Wein aus seinem Keller. An manchen Abenden lädt er die Damen aus der Nachbarschaft zum Weintrinken ein. „Ich darf ja keinen Wein mehr trinken. Ich rieche aber gerne daran.“ Sagt er mit einem Augenzwinkern. Herr Lietz Familie waren begeisterte Nationalsozialisten. Aus kindlicher Begeisterung erwächst jugendliche Rebellion und schließlich ein Hass auf die Unmenschlichkeit des Deutschen Regimes, der ihn auch nach dem Krieg nie loslassen wird.